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Projektbeschreibung

Naturschutz und Gesundheit

Umsetzung eines Modellvorhabens zum gesundheitsorientierten Naturschutz
Projektbeschreibung

Der Naturschutz ist bestrebt, sein historisch durchaus als reglementierend und einschränkend wahrgenommenes Image durch neue Positionierungen und innovative Allianzen weiterzuentwickeln. Unter anderem liegt es nahe, die (potentielle) Bedeutung des Naturschutzes für Gesundheit und Gesundheitsschutz herauszuarbeiten und zu kommunizieren. Dieses in der Gesellschaft positiv besetzte Handlungsfeld bietet für den Naturschutz die Chance des Imagegewinns.

Im aktuellen F&E-Vorhaben, welches vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert wird, erfolgt die praktische Erprobung modellhaft konkreter Ansätze positiver Synergien zwischen Naturschutz und Gesundheitsschutz in drei ausgewählten Naturparken. Die Kommunikation eines integralen gesundheitsorientierten Naturschutzes soll aufgearbeitet und Ansätze möglicher Kommunikationswege aufgezeigt werden.

Das Vorhaben zielt somit auf die

- Identifizierung, Analyse, Bewertung von möglichen Handlungsfeldern sowie ggf. Initiierung und wissenschaftliche Begleitung von Projekten, die Synergiepotenziale von Naturschutz und Gesundheitsschutz aufweisen,
- Zusammenführung von regionalen Akteuren und Aktivitäten des Naturschutzes und der Gesundheitsprävention (Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung) und
- Promotion und Kommunikation eines integralen, gesundheitsorientierten Naturschutzkonzeptes.

Im ersten Schritt erfolgte die Auswahl von drei Naturparken mittels einer Fragebogenerhebung aller 97 Naturparke in Deutschland. Die hohe Rücklaufquote von 65% spricht für ein großes Interesse an der Thematik in einem Großteil der Naturparke. Mittels der Anwendung eines Score-Systems erfolgte die Auswertung. Die endgültige Entscheidung über kooperierende Naturparke wurde in einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe mit Experten vom BMU, BfN und VDN (Verband Deutscher Naturparke e.V.) getroffen. Die Naturparke TERRA.vita und Thüringer Wald sowie der Deutsch-Belgische Naturpark Hohes Venn – Eifel wurden insbesondere ausgewählt, da sie sich bereits im Gesundheitsbereich engagieren. Der Deutsch-Belgische Naturpark Hohes Venn–Eifel legt seinen Schwerpunkt auf die Barrierefreiheit, der Naturpark Thüringer Wald bietet Anknüpfungspunkte zu den Themen Heilklima und Ernährung und der Naturpark TERRA.vita kann eine ausgebaute Gesundheitsinfrastruktur aufweisen. Im weiteren Verlauf sollen diese und weitere Aspekte vertieft und in der Öffentlichkeit kommuniziert werden.

Dazu werden in einem weiteren Schritt regionalen Akteure aus Naturschutz und Gesundheitsschutz identifiziert und jeweils zu einem Aktionsnetz zusammengeführt. Die regionalen Akteure sollen bei der Erarbeitung von Konzeptionen in ihrer Region – vor dem Hintergrund einer strategischen Neuorientierung des Naturschutzes – unterstützt werden. Aus den erarbeiteten Konzeptionen sollen sich Strategien ableiten lassen, die auch auf andere Naturräume übertragen werden können.

Als Projektlaufzeit sind zwei Jahre vorgesehen. In dieser Zeit sollen die Kompetenzen auf Seiten der Naturparke insoweit gestärkt und vernetzt werden, dass auch nach Abschluss der Projektphase die Ergebnisse weiterhin verwendet werden können. Aus den erarbeiteten Konzeptionen sollen sich Strategien ableiten lassen, die auch auf andere Naturräume übertragen werden können. Von Seiten des BMU wird das Projekt als Leuchtturmprojekt der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt geführt. Dies bedeutet u.a., dass Schutz und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt berücksichtigt werden und dabei in vorbildlicher Weise die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte gleichermaßen betrachtet werden.

Geschlechtsspezifische Aspekte spielen für Gesundheitsverhalten und –förderung eine zentrale Rolle. Deshalb sollen Genderaspekte in diesem Vorhaben integriert untersucht werden.

Stand: Februar 2007



 
 
 
 

Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit

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Bundesamt für Naturschutz

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Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.